Jens Klein

Leipzig

Website

http://www.jensklein.com/

Ausstellung beim Festival
Kunst- und Gewerbeverein Regensburg
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»Der Leipziger Fotograf Jens Klein hat (…) Fotografien als serielle Bildfolgen zusammengestellt, die er in der Stasi-Unterlagenbehörde gesichtet hat. Entkleidet  von ihrem ursprünglichem Kontext, ohne die Informationen des Spitzels, der diese Snapshots auf genommen hat, offenbaren die Fotos auf den ersten Blick die  komisch-triviale Qualität der Überwachung: die observierten vermeintlichen Regimefeinde beim Ausführen der Hunde oder beim Einwerfen von Briefen (oder beim Spazieren gehen), beobachtet mit einem Tele-Objektiv. Doch Jens Klein kappt die informativen Bezüge, die zur Entstehung der Fotos führten, und liest die Aufnahmen auf andere Weise. Die Unschärfe der Bilder ist der »Realitätseffekt«, ein verbliebener Hinweis auf die Heimlichkeit der Bildentstehung. Andere  Details sichtbarer Wirklichkeit haben sich in die verwackelten Aufnahmen eingeschrieben (…). Was ihn in den Fotografien an seine eigene Kindheit und Jugend  erinnern mag – die Kleidung und Bewegung der Leute (…) – er scheint ihm als das eigentlich Bemerkenswerte, jenseits des inkriminierten Blicks, der zu ihrer Entstehung führte.«

Florian Ebner, Leiter des »Cabinet de la Photographie«, Centre Pompidou, Paris

Jens Klein wurde 1970 in Apolda geboren. Er lebt in Leipzig und studierte dort an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt (u.a. Folkwang Museum Essen, Haus am Kleistpark, Villa Stuck, GFZK Leipzig; Albertinum, Staatliche Kunstsammlung Dresden; Kunsthalle Erfurt; Museum für Photographie Braunschweig). Als Einzelpublikationen erschienen Sunset (2018), Helle Nacht (2018), Trittbrettfahrer der Geschichte (2017), Bewerber / Bewerberinnen (2016) und Hundewege. Index eines konspirativen Alltags (2013). Seine Arbeiten sind in  öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, wie dem Fotomuseum Winterthur (Schweiz), der GfZK Leipzig, den Staatliche Kunstsammlungen Dresden und  dem Folkwang Museum Essen. Er erhielt u.a. den Wüstenrot Dokumentarfotografie Förderpreis Preis 12, ein Arbeitsstipendium des Freistaates Sachsens  und ein Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn.

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